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Hydraulic Fracturing
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Hydraulic Fracturing oder kurz Frackingcite-ref-uba2-2-0[2] (von englisch to fracture âaufbrechenâ, âaufreiĂenâ; auch âHydrofrackingâ, âFraccingâ,cite-ref-appea-3-0[3] Fracingcite-ref-investopedia-4-0[4] oder Frac Jobs genannt,cite-ref-schlumberger-glossary-5-0[5] deutsch auch hydraulische Frakturierung,cite-ref-faz1-6-0[6] hydraulisches Aufbrechen,cite-ref-eoea-7-0[7] hydraulische Risserzeugungcite-ref-bgr1-8-0[8] oder auch hydraulische Stimulationcite-ref-uba2-2-1[2]) ist eine Methode zur Erzeugung, Weitung und Stabilisierung von Rissen im Gestein einer LagerstĂ€tte im tiefen Untergrund mit dem Ziel, die PermeabilitĂ€t (DurchlĂ€ssigkeit) der LagerstĂ€ttengesteine zu erhöhen. Dadurch können darin befindliche Gase oder FlĂŒssigkeiten leichter und bestĂ€ndiger zur Bohrung flieĂen und gewonnen werden.
Beim Fracking wird durch eine Bohrung, unter hohem Druck von typischerweise mehreren hundert Bar, eine FlĂŒssigkeit (âFracking-Fluideâ) in den geologischen Horizont, aus dem gefördert werden soll, gepresst. Als Fracking-Fluid dient Wasser, das zumeist mit StĂŒtzmitteln, wie z. B. Quarzsand, und Verdickungsmitteln versetzt ist. Ăblicherweise werden zunĂ€chst im Zielhorizont mehrere abgelenkte Bohrungen (Laterale) mittels Richtbohren angelegt, wobei der BohrmeiĂel schichtparallel gefĂŒhrt wird. Dadurch ist die zur VerfĂŒgung stehende BohrlochlĂ€nge in der LagerstĂ€tte wesentlich gröĂer, was generell die Ausbeute der Förderung erhöht. Zum Einsatz kommen beim Hochvolumen-Hydrofracking groĂe FlĂŒssigkeitsmengen mit mehr als 1000 mÂł pro Frackphase bzw. insgesamt mehr als 10.000 mÂł pro Bohrloch.cite-ref-uba2-2-2[2]
Seit Ende der 1940er Jahre wird Fracking vor allem bei der Erdöl- und Erdgasförderung sowie bei der ErschlieĂung tiefer Grundwasserleiter fĂŒr die Wassergewinnung und der Verbesserung des WĂ€rmetransportes bei der tiefen Geothermie eingesetzt. In den letztgenannten AnwendungsfĂ€llen werden keine StĂŒtzmittel oder chemischen ZusĂ€tze benötigt. Seit Anfang der 1990er Jahre und insbesondere in den USA ab etwa dem Jahr 2000 fokussiert sich die Förderung mittels Fracking auf sogenanntes unkonventionelles Erdöl und Erdgas (u. a. âSchiefergasâ). Der dortige Fracking-Boom verĂ€nderte den US-Energiemarkt erheblich und sorgte fĂŒr einen Preisverfall. Dies fĂŒhrte zu einer Debatte ĂŒber die RentabilitĂ€t des Verfahrens. Die US-Regierung unterstĂŒtzt daher seit etwa 2013 Bestrebungen zum verstĂ€rkten Export von FlĂŒssigerdgas nach Europa und Japan, unter anderem mit beschleunigten Genehmigungsverfahren.cite-ref-americanprogress-9-0[9]cite-ref-wsj0513-10-0[10]
WĂ€hrend einige Stimmen diese geostrategische Komponente durch die VerĂ€nderung der internationalen AbhĂ€ngigkeiten betonen, fĂŒhren die Umweltrisiken und mögliche Gesundheitsgefahren des âFracking-Boomsâ vor allem in Europa zu einer kontrovers gefĂŒhrten und noch andauernden fachlichen, politischen und gesellschaftlichen Debatte.cite-ref-uba2-2-3[2]cite-ref-dlf-11-0[11]cite-ref-dlf120216-12-0[12]cite-ref-uba2014-13-0[13] Einige LĂ€nder und Regionen haben Erdgas-Fracking auf ihrem Gebiet gesetzlich verboten.
Contents
âą Technik
âą Ăberblick
âą Erdbeben
âą Amerika
âą Afrika
âą Asien
âą Europa
âą Ozeanien
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Anwendungsgebiete
Die Fracking-Methode wurde in den ersten Jahren nach ihrer Entwicklung hauptsĂ€chlich dazu verwendet, die Förderperiode einer Erdöl- oder ErdgaslagerstĂ€tte zu verlĂ€ngern bzw. um den Abfall der Förderrate in der SpĂ€tphase der Ausbeutung einer LagerstĂ€tte zu verringern. Dabei handelte es sich um sogenannte konventionelle LagerstĂ€tten, mit relativ hoher natĂŒrlicher PorositĂ€t und PermeabilitĂ€t des LagerstĂ€ttengesteins.
Seit den 1990er Jahren wird Fracking jedoch zunehmend zur Förderung fossiler Kohlenwasserstoffe aus sogenannten unkonventionellen Ăl- und GaslagerstĂ€tten mit geringporösen und impermeablen LagerstĂ€ttengesteinen eingesetzt, wobei PrimĂ€r- und SekundĂ€rlagerstĂ€tten unterschieden werden. Bei SekundĂ€rlagerstĂ€tten sind Ăl und Gas aus ihrem Muttergestein in ein einst ausreichend poröses und permeables Speichergestein gewandert, dessen PorositĂ€t und PermeabilitĂ€t sich nachtrĂ€glich deutlich verringert hat, sodass heute beim Einsatz konventioneller Fördermethoden eine zu geringe Förderrate erzielt wĂŒrde. Man spricht hierbei auch von Tight Oil und Tight Gas.
Bedeutender ist die Anwendung zur Förderung aus PrimĂ€rlagerstĂ€tten, wo Ăl und Gas sich noch in ihren Muttergesteinen befinden. Dies können entweder Kohleflöze (CBM, Coal Bed Methane) oder Tonsteine (shale gas, shale oil) sein. Solche Tonsteine werden oft petrographisch inkorrekt als Schiefer bezeichnet, was teilweise tradiert ist und teilweise auf einer ungenauen Ăbersetzung des englischen Wortes shale (âdĂŒnnplattiger Tonsteinâ) beruht. Das aus diesen Tonsteinen gewonnene Gas und Ăl wird deshalb Schiefergas bzw. Schieferöl genannt. Beim Schieferöl kann dies zu Unklarheiten fĂŒhren, ob âreifesâ Ăl aus PrimĂ€rlagerstĂ€tten, also âFracking-Ălâ, gemeint ist oder Ăl, das durch Aufbereitung aus einem âunreifenâ Ălschiefer gewonnen wurde.
âFrackenâ basiert auf mehreren Horizontalbohrungen innerhalb der LagerstĂ€tten. Jedes Bohrloch wird einzeln gefrackt und dabei seismisch ĂŒberwacht, um die Rissausbreitung ĂŒber das Druckniveau steuern zu können. Die Technik selbst stammt aus den 1940er Jahren, 1949 wurde sie erstmals kommerziell angewendet.cite-ref-howard1970-14-0[14] In anderen Bergbaubereichen wird schon lĂ€nger gefrackt.cite-ref-watson-15-0[15] Seit der deutlichen Preissteigerung bei Ăl und Gas wird zunehmend, vor allem in den USA (allein 2008 mehr als fĂŒnfzigtausendmal), gefrackt. Etwa 90 % aller Gasbohrungen der USA werden gefrackt, wodurch ein temporĂ€res GasĂŒberangebot entstand, das zum Einbruch der dortigen Gaspreise fĂŒhrte.cite-ref-jopt-16-0[16]
Auch auĂerhalb der Erdöl- und Erdgasförderung wird gefrackt, um Reservoire zu stimulieren, so zur Stimulation des Wasserflusses in der Tiefen-Geothermie, von Grundwasserbrunnencite-ref-terranova-17-0[17] zur Trinkwasserversorgung und im Bergbau auf feste mineralische Ressourcen. In einigen FĂ€llen werden Bohrungen zur langfristigen Vorentgasung von Steinkohleflözen gefrackt.
Technik
Beim Hydraulic Fracturing wird eine FlĂŒssigkeit (Fracking-Fluid), die auch ein StĂŒtzmittel enthalten kann, in eine meist mehrere hundert bis maximal etwa 3000 Meter tiefe Bohrung gepresst. Der hierbei im zu frackenden Bereich erreichte Fluiddruck muss die geringste im Gestein anliegende Spannung und die Zugfestigkeit des Gesteins ĂŒberschreiten, um das Gestein aufzubrechen. Wenn dies der Fall ist, drĂŒckt die FlĂŒssigkeit das Gestein auseinander (Zugriss). Im Normalfall sind die Horizontalkomponenten des Spannungsfeldes kleiner als die Vertikalkomponente, da die Vertikalkomponente â der aus dem Gewicht der auflagernden Gesteinsschichten resultierende lithostatische Druck â mit der Tiefe kontinuierlich anwĂ€chst und so unterhalb einer gewissen Tiefe die gröĂte der Hauptspannungs-Komponenten ist. So entstehen durch Fracking Zugrisse vorwiegend als meist nahezu vertikale RissflĂ€chen, die sich in Richtung der kleinsten horizontalen Hauptspannung öffnen und sich also in Richtung der gröĂten vertikalen Hauptspannung ausbreiten. KleinrĂ€umig kann das Spannungsfeld z. B. durch tektonische Zusatzspannungen deutlich anders orientiert sein.
Nach dem Aufbrechen der Formation wird der Einpressdruck zurĂŒckgenommen und die eingepresste FlĂŒssigkeit, die noch unter dem Druck der Gesteinsschicht steht, flieĂt gröĂtenteils zurĂŒck. Dieses RĂŒckflusswasser wird Backflow oder auch Flowback genannt. Das zugesetzte StĂŒtzmittel verbleibt in den Rissen und hĂ€lt diese offen. Auch Additive des Fracking-Fluids verbleiben teilweise durch AdhĂ€sionswirkung an den Fluid-Gesteins-Grenzen im Gestein.
Um das gelöste Gas optimal zu fördern, werden von einem Bohransatzpunkt mehrere in der Tiefe oft nahezu horizontal, in jedem Fall jedoch innerhalb der Zielformation gefĂŒhrte Bohrungen niedergebracht. Die abgelenkten Bohrungen werden mit Hilfe des sogenannten Richtbohrverfahrens prĂ€zise in der LagerstĂ€tte gefĂŒhrt. Der Bohrpfad wird dazu mit Hilfe einer direkt hinter dem BohrmeiĂel platzierten MWD-Messeinheit (measurement while drilling) wĂ€hrend des Bohrens kontrolliert (Geo-Steering).
Die abgelenkten Bohrungen werden dann einzeln und abschnittsweise, den geologischen und geomechanischen Untergrundbedingungen angepasst, mehrfach (12- bis 16-fach) gefrackt. Ziel dieses âMulti-Well-Padâ-Verfahrens ist die möglichst rĂ€umliche Exploitation des Gases im Zielhorizont aus einem gröĂeren, durch die Methode erschlossenen Volumen des Bohrungsumfelds. Erst dieses Verfahren ermöglicht den Durchbruch zu einem groĂ-industriellen Einsatz der Technik. Im Gegensatz dazu wurden frĂŒher in den Vereinigten Staaten und andernorts einige Schiefergasfelder, zum Beispiel das âJonah gas fieldâ in Upper Green Valley/Wyoming, mit einzelnen vertikalen, nicht abgelenkten Bohrungen erschlossen. Dazu waren sechs bis acht Bohrungen pro Quadratmeile (entspricht zwei bis drei Bohrungen pro Quadratkilometer) nötig.cite-ref-guardian-18-0[18] Durch die heutige Technik wird die Anzahl der Bohrungen pro Quadratkilometer und besonders auch die Anzahl der BohrplĂ€tze drastisch reduziert, wobei insbesondere die mögliche LĂ€nge der abgelenkten Bohrlochabschnitte das Bohrplatzraster bestimmt. Heute sind durchaus AbstĂ€nde der BohrplĂ€tze von 10 km denkbar.
Fracking-Fluide (Fracfluide)
Fracking-Fluide sind FlĂŒssigkeiten, die in das Bohrloch eingebracht werden und mit hohem Druck in der gasfĂŒhrenden Zielformation kĂŒnstliche Risse erzeugen. Mit Hilfe bestimmter, konditionierter Fluide werden verschiedene StĂŒtzmittel in die durch das Fracking geschaffenen Wegsamkeiten eingebracht, um diese möglichst lange zu stabilisieren und die GasdurchgĂ€ngigkeit zu garantieren. Es wird zwischen schaum- und gelbasierten sowie sogenannten Slickwater-Fluiden unterschieden. Der Hauptbestandteil der hochviskosen, gelbasierten Fracking-Fluide ist meist ein mit Additiven vergeltes Wasser, dem zusĂ€tzlich vor allem vergĂŒteter Sand und KeramikkĂŒgelchen (Proppants) zugegeben werden. Gelbasierte Fluide kommen vor allem in klastischen Gesteinen wie Sandsteinen (konventionelle LagerstĂ€tten) zum Einsatz.
DemgegenĂŒber werden in Tonsteinen (unkonventionelle LagerstĂ€tten) vor allem sogenannte extrem niedrigviskose Slickwater-Fluide eingesetzt, die durch Zugabe von Reibungsminderern extrem flieĂfĂ€hig gemacht werden. Slickwater-Fluide bestehen zu 98â99 % aus Wasser sowie 1â1,9 % StĂŒtzmitteln und weniger als 1 % Additiven.cite-ref-whattoknow-19-0[19]
Die Zusammensetzung der Additive wird normalerweise von den Bohr- und Servicefirmen zwar gegenĂŒber den Aufsichtsbehörden benannt, aber gegenĂŒber der Ăffentlichkeit geheim gehalten. In Deutschland sind im Rahmen des Genehmigungsverfahrens der Bohrungen die einzelnen Additive nach den Vorgaben des Wasserrechtes zuzulassen.
| Additiv | engl. Bezeichnung | Realisierungen | Zweck |
|---|---|---|---|
| StĂŒtzmittel | Proppant | Quarzsand , gesinterter Bauxit , KeramikkĂŒgelchen, z. B. mit Epoxid- oder Phenolharz beschichtet | Offenhaltung und Stabilisierung der beim Fracking erzeugten Risse |
| Gele , Verdicker | Geling Agent | Guarkernmehl , Cellulose-Polymere, wie z. B. MC und Kohlenhydratderivate | Erhöhung der ViskositĂ€t des Fluids zum besseren StĂŒtzmitteltransport |
| Schaumbildner | Foam | CO 2 oder N 2 sowie SchĂ€umer: tertiĂ€re Alkylaminethoxylate, Kokos- Betaine oder α-Olefinsulfonate | Transport und Ablagerung des StĂŒtzmittels |
| Ablagerungshemmer | Scale Inhibitor | Ammoniumchlorid , Polyacrylate und Phosphonate | Verhinderung der Ablagerung und Auflösung schwerlöslicher mineralischer Ablagerungen in der Bohrung |
| Korrosionsschutzmittel | Corrosion Inhibitor | Methanol , Isopropanol , Ammoniumsalze , Sulfite , (z. B. Aminbisulfit) | Schutz der Anlagen, AusrĂŒstung und des Bohrstranges |
| Kettenbrecher | Breaker | Natriumbromat , Ammonium- und Natriumperoxodisulfat , Enzyme | Verringerung der ViskositĂ€t gelbasierter Fluide zur besseren RĂŒckholung der Fluide (Zerstörung der Gelstruktur) |
| Biozide | Biocide | Terpene , Glutaraldehyd , Isothiazolinone wie Chlormethylisothiazolinon | Verhinderung von Bakterienwachstum und Biofilmen , Verhinderung von Schwefelwasserstoff -Bildung ( Desulfurikation ) |
| Fluid-Loss-Additive | Fluid Loss Additives | SpĂŒlungszusĂ€tze mit thixotropen Eigenschaften | Verringerung des Ausflusses des Fluids in das umliegende Gestein |
| Reibungsminderer | Friction Reducer | Latexpolymere, Polyacrylamid , hydrierte leichte Erdöldestillate | Verringerung der Reibung innerhalb der Fluide |
| pH -Puffer | pH Control | EssigsÀure , FumarsÀure , Kaliumcarbonat , Borax , Natriumacetat , Natron , Natriumcarbonat , Natriumhydroxid | Puffer zur Einstellung des pH-Werts |
| Tonstabilisatoren | Clay Stabilizer | Kaliumsalze , z. B. Kaliumchlorid , Ammoniumsalze | Verhinderung und Verminderung der Quellung von Tonmineralen |
| Tenside (Netzmittel) | Surfactants | ethoxylierte Alkylalkohole, Nonylphenolethoxylate | Verminderung der OberflÀchenspannung der Fluide zur Verbesserung der Benetzbarkeit |
| SĂ€uren | Acids | SalzsĂ€ure | Reinigung der perforierten Abschnitte des Bohrstranges von Zement und BohrspĂŒlung |
| SchwefelwasserstofffÀnger | H 2 S Scavenger | aromatische Aldehyde | Entfernung von Schwefelwasserstoff (Korrosionsschutz) |
| Quervernetzer | Crosslinker | Triethanolamin , Natriumtetraborat , Zitrusterpene, Zirconylchlorid , Borate , organische Zirkoniumkomplexe | Vernetzung der Gelbildner, Erhöhung der ViskositÀt |
| Lösungsmittel | Solvents | Ethylenglycolmonobutylether , 1-Propanol | |
| Temperaturstabilisator | Temperature Stabilizer | Natriumthiosulfat | Verhinderung der Zersetzung der Gele in groĂen Bohrtiefen |
| Eisenchelatoren | Iron Control | ZitronensÀure , Ethylendiamintetraacetat | Verhinderung der AusfÀllung von eisenhaltigen Mineralen in der Zielformation |
Die Zusammensetzung der Fluide wird mit Hilfe von Entscheidungsmatrizen und/oder Computerprogrammen fĂŒr jede Bohrung separat festgelegt und hĂ€ngt von den mineralogisch-geologischen Eigenschaften des Zielhorizontes und den in der LagerstĂ€tte vorherrschenden Druck- und TemperaturverhĂ€ltnissen ab.cite-ref-fracfluids-21-0[21]
Clean Fracking bezeichnet demgegenĂŒber eine neue Methode des Frackings, in dem nur Wasser, Bauxit-Sand und StĂ€rke verwendet werden sollen.
Flowback und Produktionswasser
Als RĂŒckflusswasser (Flowback) wird die SpĂŒlungsflĂŒssigkeit bezeichnet, die wĂ€hrend des Bohrens und Frackens bis ungefĂ€hr 30 Tagen danach wieder am Bohrloch oberflĂ€chlich austritt.
Das Wasser, das danach gefördert wird, setzt sich aus SpĂŒlungsflĂŒssigkeit, Formationswasser (Grundwasser) und darin eventuell gelösten Gasen und mitgefĂŒhrten Feststoffen zusammen und wird als Produktionswasser bezeichnet. Etwa 20 bis 50 % des in die Tiefe eingebrachten Fracking-Fluids wird als RĂŒckflusswasser oder mit dem Produktionswasser zurĂŒckgefördert und bis zur Entsorgung auf der Bohrstelle gelagert. Die in den amerikanischen Gasfeldern stellenweise ĂŒbliche Lagerung in offenen Becken ist in Deutschland nicht genehmigungsfĂ€hig. Die BehĂ€lter, in denen der Flowback bzw. das Produktionswasser gelagert wird, unterliegen wasserrechtlichen Anforderungen, so dass verhindert werden soll, dass FlĂŒssigkeiten in den Boden versickern können.
Der Flowback und das Produktionswasser muss vor der Wiederverwendung oder endgĂŒltigen Entsorgung mehrstufig behandelt und aufbereitet werden. Dabei werden zunĂ€chst auf dem Bohrplatz in Hydrozyklon-Anlagen die Feststoffe (Bohrklein) abgeschieden, der Schlamm entsorgt. Die weitgehend von Feststoffen befreiten, rĂŒckgeförderten FlĂŒssigkeiten werden meist mit TankzĂŒgen oder durch Rohrleitungen in eine Aufbereitungsstation verbracht. Dort erfolgt in verschiedenen Tanklagern mit Phasenabtrennungen und Filteranlagen eine Abtrennung der Ălphase, des restlichen Schlamms und Filtrats. Das Restwasser kann entsprechend den hydrochemischen Eigenschaften entweder mit SĂŒĂwasser vermischt werden und wieder dem SpĂŒlungskreislauf zugesetzt werden oder in zugelassenen Versenksonden im Randbereich bereits erschlossener oder ausgebeuteter KohlenwasserstofflagerstĂ€tten verpresst werden. Die bei diesen Prozessen abgetrennte Leichtphase wird in Raffinerien weiterverarbeitet, das Filtrat wird durch dafĂŒr zertifizierte Unternehmen entsorgt.
DarĂŒber hinaus werden unterschiedliche Aufbereitungsmethoden, wie UV-Behandlung, Membran-Filtration, Koagulation und Eindampfung angewandt, um die Fracking-Fluide entweder wiederzuverwenden oder die zu entsorgende Menge zu reduzieren.cite-ref-rosenwinkel-22-0[22]cite-ref-wintershall-23-0[23]
Geschichtliche Entwicklung
Die erste Hydraulic-Fracturing-MaĂnahme wurde im Jahr 1947 in einer konventionellen LagerstĂ€tte im Hugoton-Erdgasfeld im Grant County (Kansas) vorgenommen, um die Förderrate zu erhöhen. Sie wurde durch die Firma Stanolind Oil ausgefĂŒhrt, erbrachte aber noch keine deutliche Steigerung der Förderrate. Im Jahr 1949 erhielt dann die Halliburton Oil Well Cementing Company (Howco) nach der Patentierung des Verfahrens im selben Jahr eine exklusive Lizenz.cite-ref-history-24-0[24] Nur drei Jahre spĂ€ter wurde in der Sowjetunion Hydraulic Fracturing angewendet, vor allem um Wasserinjektionsbohrungen, die der Druckerhaltung in ErdöllagerstĂ€tten dienen, zu komplettieren. In folgenden Jahren wurden dann auch verstĂ€rkt Erdölbohrungen hydraulischen StimulationsmaĂnahmen unterzogen. Als StĂŒtzmittel zur Rissoffenhaltung dienten seinerzeit Flusssande.cite-ref-russia-25-0[25] Auch in Mitteleuropa wurden seit den 1950er Jahren MaĂnahmen durchgefĂŒhrt, so z. B. in Ăsterreich ab 1957 oder in deutschen ErdöllagerstĂ€tten, wie z. B. in Lingen-Dalum.cite-ref-austria-26-0[26]cite-ref-boigk-27-0[27]
ZunĂ€chst diente angedicktes Erdöl oder auch Kerosin als Fracking-Fluid, ab 1953 diente verstĂ€rkt Wasser als Basis fĂŒr das Fluid, dem sogenannte Additive beigemengt wurden, deren vorrangige Aufgabe darin bestand, die Eigenschaften des Wassers so zu verĂ€ndern, dass die StĂŒtzmittel in die erzeugten Risse transportiert werden konnten.cite-ref-history-24-1[24]cite-ref-fracfocus-28-0[28] Als StĂŒtzmittel (Proppants) wurden ursprĂŒnglich gesiebter Sand aus FlĂŒssen verwendet. Heute dienen vor allem Quarzsand, KeramikkĂŒgelchen oder auch Korund als Proppants.cite-ref-history-24-2[24]cite-ref-duestez10-29-0[29]
Bereits Mitte der 1950er Jahre wurden monatlich mehr als 3000 Fracking-MaĂnahmen durchgefĂŒhrt. Im gesamten Jahr 2008 waren es dann weltweit 50.000.cite-ref-history-24-3[24]
Seit 1961 wird in Deutschland auch in ErdgaslagerstĂ€tten das hydraulische Fracking-Verfahren angewendet. Die erste Bohrung, die einer solchen MaĂnahme unterzogen wurde, war die Bohrung âRehden 15â.cite-ref-fracs-nds-30-0[30] ZunĂ€chst wurden bis Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre nur vereinzelt MaĂnahmen in Erdgasbohrungen in Deutschland durchgefĂŒhrt. Von da an war eine Zunahme zu verzeichnen, bis 2008 der Höhepunkt mit fast 30 durchgefĂŒhrten hydraulischen Bohrlochbehandlungen erreicht wurde.cite-ref-fracs1961-31-0[31] Seit 2011 wurden, trotz laufender AntrĂ€ge, aufgrund der anhaltenden, kontrovers gefĂŒhrten Debatte keine Fracking-MaĂnahmen mehr genehmigt. Zum bisher letzten Mal wurde in der Bohrung âBuchhorst T12â gefrackt.cite-ref-stillstand-32-0[32]
Fracking wurde erst vor wenigen Jahren durch neue Techniken wirtschaftlich. Durch Fracking konnte allein in der Bakken-Formation in den US-Bundesstaaten North Dakota und Montana die Tagesproduktion zwischen 2006 und 2012 von 0 auf rund 500.000 Barrel Ăl gesteigert werden. Das entspricht etwa einem Drittel der Förderquote Libyens. Damit fördert North Dakota bereits mehr Ăl als Alaska, mit steigender Tendenz.cite-ref-welt-33-0[33]
Vorangetrieben werden die neuen Fracking-Technologien, zusammengefasst unter dem Namen Superfracking, vor allem durch die BranchenfĂŒhrer Baker Hughes, Schlumberger und Halliburton. SchlĂŒssel fĂŒr den Erfolg waren dabei neue Techniken wie RapidFrac zum horizontalen Bohren in der Tiefe, HiWAY, ein Verfahren, das verhindert, dass die DurchlĂ€ssigkeit des gefrackten Gesteins mit der Zeit nachlĂ€sst (âinfinite fracture conductivityâ), und DirectConnect, eine Technik zur kontrollierten Erweiterung von Rissen mit Explosionen bzw. dem schnellen Schmelzen des Gesteins durch eine Strahltechnik anstelle herkömmlicher Bohrköpfe.cite-ref-westenhaus-34-0[34]
Die optimale Mischung aus Wasser, Sand, StĂŒtzmittel und anderen chemischen Schmierstoffen zu kalibrieren, dauerte mehrere Jahrzehnte bis 1998, als Nick Steinsberger und andere Ingenieure bei Mitchell Energy eine Technik namens slickwater fracking entwickelten.cite-ref-breakthrough-35-0[35]
Der Begriff âFrackingâ wird etwa seit dem Jahr 2000 verwendet.cite-ref-36[36]
Wirtschaftlichkeit im Rahmen der Erdgas- und Erdölförderung
Anders als bei der konventionellen Förderung, bei der Erdöl- und Erdgas aus durchlĂ€ssigen (permeablen) Gesteinen gewonnen werden, ist die Förderung aus dichten (impermeablen) Gesteinen mittels Hydraulic Fracturing auf die unmittelbare Umgebung des horizontalen Bohrlochs im Gestein begrenzt. Dadurch sinkt die Förderrate eines Bohrloches schneller als bei konventionellen LagerstĂ€tten. Nach Angaben der Bundesanstalt fĂŒr Geowissenschaften und Rohstoffe ist ein Bohrloch nach maximal zwei Jahren zu 90 % ausgefördert.cite-ref-nachhaltigkeitsrat1-37-0[37] Um auf vergleichbare Mengen wie bei einer konventionellen LagerstĂ€tte zu kommen, ist daher eine höhere Anzahl von Bohrlöchern pro FlĂ€che und Zeitspanne notwendig. Hierbei können im Jahr mehrere hundert Bohrungen, mit Kosten von jeweils drei bis zehn Millionen Dollar erforderlich sein.cite-ref-nachhaltigkeitsrat1-37-1[37] Daher ist die Förderung von unkonventionellen Kohlenwasserstoffen tendenziell teurer als die von konventionellen Kohlenwasserstoffen, jedoch ist sie zumindest in den USA und zumindest beim Erdgas mit Produktionskosten (einschlieĂlich Exploration und ErschlieĂung) zwischen 2 und 4 US$ pro 1000 KubikfuĂ (entspricht 5,19 bis 10,38 Euro pro Megawattstunde, bei einem Dollarkurs von 1,30 Euro) durchaus konkurrenzfĂ€hig.cite-ref-g-ny-38-0[38] Beim Schieferöl sollen sie bei 15 bis 20 $ pro Barrel liegen.cite-ref-diepressejan2015-39-0[39]
Ein 2008 einsetzender RĂŒckgang des Erdgaspreises auf dem US-Markt, der 2012 in einem Rekordtief mĂŒndete, fĂŒhrte dazu, dass sich zunehmend Investoren aus Fracking-Projekten zurĂŒckzogen und das Investitionsvolumen von 35 Mrd. $ (2011) auf 7 Mrd. $ (2012) und zuletzt auf 3,4 Mrd. $ (2013) schrumpfte.cite-ref-sz-lohntsichnicht-40-0[40] US-Ăkonomen warnen zudem vor einer systematischen ĂberschĂ€tzung der VorrĂ€te an unkonventionellen fossilen Kohlenwasserstoffen.cite-ref-rogers-41-0[41] So korrigierte im Mai 2014 die Statistikabteilung des US-Energieministeriums, die Energy Information Administration (EIA), eine 2011 erhobene SchĂ€tzung der Ergiebigkeit des vermeintlich wichtigsten Schieferöl-Vorkommens der USA â des sogenannten Monterey-Schiefers in Kalifornien â um 96 % nach unten. Dies entspricht einer Reduktion der geschĂ€tzten US-Schieferölreserven um zwei Drittel.cite-ref-latimes0514-42-0[42] Preisverfall und enttĂ€uschte Erwartungen zwangen im Jahr 2013 mehrere Unternehmen dazu, milliardenschwere Investitionen in unkonventionelle Förderprojekte abzuschreiben.cite-ref-bloomberg0813-43-0[43] Die niedrigen Gaspreise sowie ein Ende 2014 erneut einsetzender Preissturz beim Erdöl wirken sich vor allem auf die kleineren Unternehmen aus. Können diese ihre Kredite nicht mehr bedienen (die Gesamtschuldenlast der US-Frackingindustrie wuchs von 2010 bis Anfang 2015 um 55 % auf ca. 200 Mrd. $), weil ihre Förderanlagen nicht wirtschaftlich arbeiten, mĂŒssen sie Konkurs anmelden. Auf den Boom im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts folgte nunmehr eine Phase der Marktbereinigung,cite-ref-diepressejan2015-39-1[39] wobei sich der Ălpreis allerdings schon 2016 erholte und 2018 mit bis zu 85 US$ neue Höchstwerte erreichte.
Durch die Lockdown-bedingte Weltwirtschaftskrise im Gefolge der COVID-19-Pandemie und den damit verbundenen drastischen Preisverfall beim Erdöl gerieten auf Fracking spezialisierte US-Energieunternehmen im MĂ€rz 2020 stark unter finanziellen Druck. Die im April durch eine Einigung innerhalb der OPEC+ (OPEC zzgl. bedeutende ErdölförderlĂ€nder auĂerhalb der OPEC, insbesondere Russland) zustandegekommene allgemeine Drosselung der Weltförderung, die Anfang Juni verlĂ€ngert wurde, fĂŒhrte aber zu einer deutlichen Erholung des Marktes.cite-ref-44[44] Dennoch kam es seit April 2020 zu einer Reihe von Insolvenzen auch gröĂerer US-Energieunternehmen, darunter die als Fracking-Vorreiter geltende Chesapeake Energy.cite-ref-45[45]
In Europa liegen die Kosten und damit der Schwellwert fĂŒr eine wirtschaftlich sinnvolle Förderung von unkonventionellem Erdgas höher als in den USA, unter anderem aufgrund komplizierterer geologischer Gegebenheiten, sowie der generell höheren Bohr- und Wasserkosten. Im Jahr 2010 wurden die Produktionskosten fĂŒr 1000 KubikfuĂ unkonventionelles Erdgas im Norddeutsch-Polnischen Tiefland mit 8 bis 16 US$ angegeben (entspricht 20,75 bis 41,50 Euro pro Megawattstunde).cite-ref-g-ny-38-1[38] Den Ergebnissen einer im Jahr 2013 vom Zentrum fĂŒr EuropĂ€ische Wirtschaftsforschung durchgefĂŒhrten Expertenbefragung zufolge wird ein deutlicher Anstieg der Förderung unkonventionellen Erdgases in Europa erst bei einem stabilen GroĂhandelspreis von mindestens 30 Euro pro Megawattstunde erwartet. Knapp ein FĂŒnftel der Befragten sah den Schwellwert sogar erst bei 60 Euro.cite-ref-zew0213-46-0[46]
Geostrategische Bedeutung
FĂŒr die USA ist Fracking von besonderer geostrategischer Bedeutung, da es die UnabhĂ€ngigkeit von fossilen Kohlenwasserstoffen (KW) aus dem arabischen Raum erhöht. Dies könnte dazu fĂŒhren, dass sich das sicherheitspolitische Engagement der USA im Nahen und Mittleren Osten verringert und andere Staaten, die von Ăl und Gas aus dieser Region nach wie vor abhĂ€ngig sind, insbesondere die EuropĂ€ische Union und China, sich dahingehend stĂ€rker einbringen mĂŒssen. Weil die USA aber als Folge der Ălkrise in den 1970er Jahren ohnehin keine strategisch bedeutsamen Mengen mehr aus dem Nahen Osten importieren und die Auswirkungen der âSchieferrevolutionâ bislang vor allem auf den Erdgasmarkt beschrĂ€nkt sind, ist derzeit umstritten, ob ein solches Szenario tatsĂ€chlich eintreten wird, zumal die USA keinerlei Interesse an einem Anwachsen des chinesischen Einflusses in der Region haben.cite-ref-schieferrevolution-47-0[47]
Venezuelas PrĂ€sident NicolĂĄs Maduro warf 2014 den USA vor, die Schieferölförderung als Waffe in einem âĂlkriegâ gegen Venezuela und Russland zu nutzen. Die Staatshaushalte, und damit indirekt auch die politische StabilitĂ€t, dieser beiden LĂ€nder sind vom Ălpreis abhĂ€ngig, der, so Maduro, infolge der âĂberschwemmung des Marktesâ mit US-Schieferöl deutlich gesunken sei.cite-ref-48[48] Die USA sind nach Angaben ihrer Energiebehörde EIA seit 2013 das weltgröĂte Erzeugerland fĂŒr Erdöl (Stand: 2018).cite-ref-49[49]
Im Zuge der Wirtschaftssanktionen gegen Russland wegen der Krise in der Ukraine ab Februar 2014 wurde FlĂŒssigerdgas (LNG) aus der US-amerikanischen Schiefergasförderung nachdrĂŒcklich von US-Politikerncite-ref-fox0314-50-0[50] sowie auch von Bundeskanzlerin Angela Merkelcite-ref-reuters0314-51-0[51] als Alternative zu russischem Erdgas fĂŒr die Energieversorgung der Staaten der EuropĂ€ischen Union ins Spiel gebracht. Zudem wurden im Zuge der Krise Forderungen nach einer verstĂ€rkten ErschlieĂung unkonventioneller KW-LagerstĂ€tten in europĂ€ischen LĂ€ndern mithilfe von Fracking geĂ€uĂert.cite-ref-climatechange0314-52-0[52]
Potentielle UmweltschÀden und Gefahren
Ăberblick
Generell bestehen bei allen Bohrtechniken Umweltrisiken, insbesondere wenn sie mit der Förderung fossiler Kohlenwasserstoffe in Zusammenhang stehen. Diese Risiken sind beim Fracking zur Förderung von Schieferöl und -gas aufgrund der hohen Anzahl und Dichte an Bohrungen und Bohranlagen einerseits erhöht, und zum anderen bestehen zusÀtzliche Risiken, weil dem Fracking-Fluid Chemikalien, u. a. Biozide, zugesetzt werden.cite-ref-53[53]cite-ref-usenergy-54-0[54] Risiken bei der Erdöl- und Erdgasförderung mittels Fracking bestehen im Einzelnen hinsichtlich:
âą einer Verunreinigung des oberflĂ€chennahen, fĂŒr die Trinkwassergewinnung genutzten Grundwassers mit Fluiden und den darin enthaltenen Chemikalien durch Lecks in der Verrohrung
⹠einer Verunreinigung von OberflÀchengewÀssern durch die nach dem Frack-Vorgang wieder am oberen Ende der Bohrung austretenden Fracking-Fluide (den sogenannten Backflow) und die darin enthaltenen Chemikalien
⹠Migration von Stoffen aus der LagerstÀtte in andere Schichten
⹠UnfÀlle beim Abtransport des Brauchwassers plus der darin enthaltenen Chemikaliencite-ref-badische-55-0[55]
âą Vibrationen beim Bohren und regelmĂ€Ăigen Fracken
DarĂŒber hinaus befĂŒrchten Kritiker, dass neben den gewollten Mikrobeben auch gröĂere Beben ausgelöst werden. Von spĂŒrbaren Beben, die unmittelbar wĂ€hrend eines âFrackjobsâ auftraten, wurde bislang in EinzelfĂ€llen berichtet, hierdurch verursachte SchĂ€den sind nicht bekannt.cite-ref-ellsworth2013-56-0[56] Die Wahrscheinlichkeit stĂ€rkerer Erdbeben (Magnitude > 4,0) wird von Experten als sehr gering eingeschĂ€tzt, denn es können nur dort solche Erdbeben ausgelöst werden, wo das Gestein bereits (unabhĂ€ngig vom Fracking) unter erhöhter mechanischer Spannung steht.cite-ref-joswig-57-0[57] Allerdings besitzt aufgrund der groĂen Wasser-Volumina, die dabei in den Untergrund eingebracht werden, die Verpressung von Fracking-AbwĂ€ssern (engl. deep injection) dahingehend ein höheres Risikopotenzial als das Fracking selbst. In unmittelbarer Umgebung solcher Verpressungsanlagen sind in den USA bereits einige wenige Beben mit Magnitude > 5,0 registriert worden, die auch geringfĂŒgige SchĂ€den angerichtet haben. Angesichts der mehr als 140.000 fĂŒr Ăl- und Gas-Fracking sowie fĂŒr Fracking-Abwasserverpressung genutzten Bohrungen in den USAcite-ref-ellsworth2013-56-1[56] ist die Anzahl der bislang registrierten, nachweislich direkt oder indirekt mit Fracking zusammenhĂ€ngenden seismischen Ereignisse mit Magnitude > 4,0 (siehe unten) verschwindend gering.
Verunreinigung von Wasser und Böden
Beim Hydraulic Fracturing zum Zweck der Förderung unkonventioneller fossiler Kohlenwasserstoffe werden in die Bohrung, neben ĂŒblicherweise rund 10 Millionen Litern Wasser und Quarzsand, pro Bohrung 3 bis 12 verschiedene Chemikalien (u. a. Biozide) eingepresst, deren Gesamtanteil sich auf 0,5 bis 2 Volumenprozent belĂ€uft. Die groĂen Volumina der eingepressten Fracking-Fluide fĂŒhren dabei zu einer entsprechend groĂen absoluten Menge an Chemikalien.cite-ref-usenergy-54-1[54] Beispielsweise ergab eine Untersuchung des US-Kongresses, dass zwischen 2005 und 2009 insgesamt 43 Millionen Liter Chemikalien verwendet wurden. Die Auswirkungen auf die Umwelt werden in der Ăffentlichkeit kontrovers diskutiert und von Wasserversorgern in Deutschland kritisiert,cite-ref-awbr-58-0[58] da einige der eingesetzten Chemikalien toxisch beziehungsweise laut der deutschen Gefahrstoffverordnung karzinogen, giftig oder anderweitig gesundheitsschĂ€digend sind.cite-ref-spiegel1-59-0[59]
In den Bundesstaaten Colorado, North Dakota, Pennsylvania und New Mexico wurden in den Jahren 2005 bis 2014 mehr als 6.600 oberirdische Leckagen und Austritte unterschiedlichen Umfanges auf BohrplĂ€tzen zur ErschlieĂung unkonventioneller Erdöl- und ErdgaslagerstĂ€tten mit insgesamt knapp 31.500 Bohrungen gemeldet. Zwischen zwei und 16 Prozent der Anlagen haben mindestens einmal im Jahr potenziell umweltschĂ€dliche FlĂŒssigkeiten in die Umwelt freigesetzt. Hierbei galten je nach Bundesstaat Ereignisse mit mindestens 42 bis 120 Gallonen (ca. 160 bis 450 Liter) ausgetretener FlĂŒssigkeit als meldepflichtig. Rund die HĂ€lfte der Austritte erfolgte aus Tanks und Rohrleitungen â nur ein relativ geringer Teil wĂ€hrend der eigentlichen Bohr- und FrackingaktivitĂ€ten.cite-ref-60[60] Nachuntersuchungen solcher Ereignisse zeigten, dass in 50 % der FĂ€lle nach Beseitigung der oberflĂ€chlichen Verschmutzung BTEX im oberflĂ€chennahen Grundwasser in Konzentrationen oberhalb der Grenzwerte nachweisbar waren.cite-ref-pse-water-okt-14-61-0[61] Auch in Deutschland gelangten FrackingabwĂ€sser in die Umwelt. So gaben beispielsweise Behörden und ExxonMobil an, dass 2007 durch undichte Abwasserpipelines eine Kontamination mit BTEX im Gasfeld Söhlingen erfolgte.cite-ref-landtag-62-0[62] In den USA wurden zudem teilweise unzureichend gereinigte AbwĂ€sser in OberflĂ€chengewĂ€sser eingeleitet.cite-ref-pse-water-okt-14-61-1[61]cite-ref-nyt-63-0[63]
Als weiteres Problem wird angesehen, dass sich RĂŒckstĂ€nde der Fracking-Fluide in den Rissen ablagern. Dies ist im Fall einiger ZusĂ€tze (z. B. der Frac-Sande) sogar gewollt, da sie die Risse offenhalten. Zwar wird insgesamt etwa die HĂ€lfte der eingesetzten FlĂŒssigkeit, das sogenannte produced water, wieder an die OberflĂ€che gepumpt, der Einfluss des zurĂŒckbleibenden Wassers ist aber nicht abschlieĂend geklĂ€rt und wird durch die amerikanischen Umweltschutzbehörde (EPA) derzeit einer Neubewertung unterzogen.cite-ref-evaluation-20-1[20]cite-ref-epa2-64-0[64]
Speziell in den USA ist die mögliche Verunreinigung von Grundwasser durch Erdgas in direktem Zusammenhang mit dem Hydraulic Fracturing kontrovers diskutiert worden. Der umstrittene Dokumentarfilm Gasland aus dem Jahr 2010 widmet sich ausfĂŒhrlich dieser Thematik.cite-ref-spiegel2-65-0[65] Gezeigt wird unter anderem, dass die Konzentration des Gases im Grundwasser lokal so hoch sein kann, dass es sich an einem geöffneten Wasserhahn mit einem Feuerzeug entzĂŒnden lĂ€sst.cite-ref-spiegel3-66-0[66] Der kausale Zusammenhang mit der Schiefergasförderung ist umstritten, da in der Marcellus-Formation zwischen den ErdgasfĂŒhrenden Schichten und den oberflĂ€chennahen Grundwasserleitern natĂŒrliche Wegsamkeiten (Spalten, KlĂŒfte) existieren, durch welche Gas in das Wasser gelangen kann.cite-ref-cogcc-67-0[67]cite-ref-68[68]cite-ref-nicholas-69-0[69] Es stellt sich daher die Frage, welche Auswirkungen das Fracking auf diese Wegsamkeiten haben. Im âMarcellus-Beckenâ (New York und Pennsylvania) durchgefĂŒhrte Studien der Duke University haben ergeben, dass Trinkwasserbrunnen in der NĂ€he von Schiefergasförderbohrungen eine erhöhte Belastung mit Methan, Ethan und Propan (sogenanntes Stray Gas) aufweisen können. Die Wissenschaftler hatten Proben von 68cite-ref-osbornetal2011-70-0[70] bzw. 141cite-ref-jacksonetal13-71-0[71] privaten Brunnen genommen. Zwar fanden sich jeweils in ĂŒber 80 % der Proben Methan, unabhĂ€ngig davon, ob in der NĂ€he SchiefergasförderaktivtĂ€ten stattfanden oder nicht, aber die Methanbelastung war bei Brunnen im Umkreis von maximal einem Kilometer um eine Schiefergasbohrung im Schnitt 17-malcite-ref-osbornetal2011-70-1[70] bzw. sechsmalcite-ref-jacksonetal13-71-1[71], die Ethankonzentration sogar dreiundzwanzigmalcite-ref-jacksonetal13-71-2[71] höher als in anderen Brunnen. Im Wasser von zehn solcher Brunnen wurde zudem Propan nachgewiesen.cite-ref-jacksonetal13-71-3[71] Der PrĂ€senz von Ethan und Propan in den Proben sowie die Kohlenstoffisotopensignatur des Methans zeigten, dass die starken Verunreinigungen eindeutig auf Erdgas zurĂŒckgehen. Den Studien zufolge ist die wahrscheinlichste Ursache fĂŒr die Verunreinigungen das Entweichen von Gas ĂŒber undichte Stellen in der Verrohrung und dem Ringraumzement der Bohrungen.cite-ref-72[72] Eine solche Störung wĂ€re jedoch nicht Fracking-spezifisch, sondern kann auch bei der Förderung von Erdgas aus konventionellen LagerstĂ€tten auftreten. In der Barnett-Shale-Förderregion in Texas wurden in Trinkwasserbrunnen, die sich in einem Umkreis von maximal 2 km um eine Bohrstelle befanden, erhöhte Konzentrationen von Arsen, Selen und Strontium nachgewiesen.cite-ref-pse-water-okt-14-61-2[61]
Nach Angaben des Public Herald, einer gemeinnĂŒtzigen Organisation aus Pennsylvania, sind zwischen 2004 und 2016 knapp 9.500 Beschwerden von Anwohnern von Schiefergas-BohrplĂ€tzen bei der Umweltbehörde des Staates (DEP) eingegangen, wobei die Anzahl der jĂ€hrlichen Beschwerden mit der Anzahl der jĂ€hrlichen Schiefergasbohrungen korreliert. Ăber 4.100 Beschwerden betrafen mutmaĂliche Kontaminationen von oberflĂ€chennahem, von den Anwohnern als Trinkwasser genutztem Grundwasser. Besonders brisant hierbei ist, dass diese Zahlen von der DEP zunĂ€chst nicht herausgegeben wurden und dass die Behörde ĂŒberdies eine gewisse Anzahl der Beschwerden nicht nach Vorschrift bearbeitet haben soll.cite-ref-73[73]cite-ref-74[74]cite-ref-75[75]
Treibhausgas-Emissionen
Soll das Zwei-Grad-Ziel fĂŒr die globale ErwĂ€rmung mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % eingehalten werden, dĂŒrfen im Zeitraum 2011 bis 2050 nach Daten des IPCC maximal zwischen 870 und 1.240 Gigatonnen (Mrd. Tonnen) Kohlendioxid freigesetzt werden. Dies erfordert eine betrĂ€chtliche Verminderung der TreibhausgasÂemissionen gegenĂŒber dem Status quo, was wiederum eine drastische EinschrĂ€nkung der Nutzung fossiler EnergietrĂ€ger voraussetzt. Umgerechnet auf die weltweiten Reserven bedeutet dies, dass im globalen Kontext unter anderem etwa ein Drittel der Erdölreserven, die HĂ€lfte der Erdgasreserven und mehr als 80 % der Kohlereserven nicht verbrannt werden dĂŒrfen.cite-ref-76[76]
WĂ€hrend Fracking zur Verbesserung der Wegsamkeiten im Gestein bei der tiefen Geothermie dabei hilft, den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu reduzieren und damit die Treibhausgasemissionen zu verringern, verursacht die Förderung fossiler Kohlenwasserstoffe sowie deren Verbrennung naturgemÀà hohe Netto-Treibhausgasemissionen. Der GroĂteil des TreibhausgasĂŒberschusses der unkonventionellen Erdgasförderung entsteht teils durch Kohlendioxidemissionen teils allerdings auch durch Emission von Methan. Das Kohlendioxid stammt dabei ĂŒberwiegend aus der Verbrennung des geförderten Gases durch den Endverbraucher und aus der Verbrennung anderer fossiler Brennstoffe im Zusammenhang mit der Förderung des Gases.cite-ref-santoro2011-77-0[77] Das Methan hingegen entweicht als Hauptbestandteil des unverbrannten Rohgases aus Förderanlagen (u. a. ĂŒber Ăberdruckventile) und Lecks in Transportpipelines.cite-ref-howarth2011-78-0[78]
Da Methan als ein vielfach effektiveres Treibhausgas gilt als Kohlendioxid,cite-ref-schneising-79-0[79] tragen die Methanemissionen am meisten zum TreibhausgasĂŒberschuss bei.cite-ref-howarth2011-78-1[78] WĂ€hrend das Ablassen von Gas aus Ăberdruckventilen und das Entweichen aus Pipelines wĂ€hrend der eigentlichen Förderung bei konventionellen (d. h. nicht-gefrackten) und unkonventionellen ErdgaslagerstĂ€tten gleichermaĂen auftreten, sollen die Methanemissionen bei der ErschlieĂung einer unkonventionellen LagerstĂ€tte, d. h. in jener Phase, in der hauptsĂ€chlich gefrackt wird, ca. 20-mal höher sein als bei ErschlieĂung einer konventionellen LagerstĂ€tte.cite-ref-howarth2011-78-2[78] Das Methan entweicht dabei vor allem wĂ€hrend des Austritts des Flowbacks im Anschluss an einen Frackvorgang sowie beim sogenannten Drill Out zu Beginn der eigentlichen Förderung, dem Aufbohren von VerschlĂŒssen im horizontalen Förderrohr, die die einzeln gefrackten Abschnitte bis dahin voneinander abgeriegelt hatten.cite-ref-howarth2011-78-3[78] Des Weiteren kann Methan beim sogenannten Liquids Unloading entweichen. Dies ist eine MaĂnahme, durch die Kondenswasser entfernt wird, das sich im Laufe der Förderung am unteren Ende des Bohrloches infolge nachlassenden LagerstĂ€ttendruckes angesammelt hat, was sich negativ auf die Förderrate auswirkt.cite-ref-king-80-0[80] Dazu wird die Bohrung eine Zeitlang verschlossen (Shut-in), sodass sich der LagerstĂ€ttendruck wieder aufbauen kann. Dann wird die Bohrung zur AtmosphĂ€re hin geöffnet, damit der nun relativ hohe Druck das Wasser nach oben aus der Bohrung austreibt (Well Blowdown).cite-ref-epa2014-81-0[81] Bei dieser Methode gelangt auch Gas und damit Methan in die AtmosphĂ€re. Allerdings ist Liquids Unloading bei unkonventioneller Förderung seltener erforderlich als bei konventioneller.cite-ref-howarth2011-78-4[78] Insgesamt können die Methanemissionen bis zu 10 % der gesamten Förderung einer einzelnen unkonventionellen Bohrung ausmachen.cite-ref-howarth2011-78-5[78]cite-ref-schneising-79-1[79]
Die genaue Treibhausgasbilanz unkonventionellen Kohlenwasserstoffförderung mittels Fracking ist bislang relativ wenig erforscht,cite-ref-howarth2011-78-6[78] und die Beurteilungen der Treibhausgasbilanz unkonventioneller Kohlenwasserstoffe gegenĂŒber der anderer fossiler EnergietrĂ€ger sind widersprĂŒchlich. Umstritten ist insbesondere die Treibhausgasbilanz unkonventionellen Erdgases verglichen mit der von Kohle, dem âklimaschĂ€dlichstenâ unter den konventionellen EnergietrĂ€gern. Ein Teil der Forscher kommt zu dem Ergebnis, dass die Ersetzung von Kohle durch Fracking-Erdgas einen RĂŒckgang der Treibhausgasemissionen bewirke und dieses somit weniger âklimaschĂ€dlichâ sei als Kohle. GestĂŒtzt auf derartige Berechnungen wird die unkonventionelle Kohlenwasserstoffförderung oft als BrĂŒckentechnologie deklariert, die die Kohlenutzung ĂŒbergangsweise ersetzen soll, bevor Energie in der Zukunft gröĂtenteils aus regenerativen Quellen erzeugt werden wird. Von anderen Forschern wird dahingehend jedoch keine effektive Reduktion der Treibhausgasemissionen prognostiziert,cite-ref-82[82] oder dem EnergietrĂ€ger unkonventionelles Erdgas wird eine schlechtere Treibhausgasbilanz attestiert als dem EnergietrĂ€ger Kohle.cite-ref-howarth2011-78-7[78]cite-ref-santoro2011-77-1[77]
Im konkreten Fall der Stromerzeugung aus Schiefergas der Marcellus-Formation in Grundlastkraftwerken wird geschĂ€tzt, dass die Treibhausgasemissionen nur um 3 % höher ausfallen als bei konventionellem in den USA gefördertem Erdgas, jedoch um bis zu 50 % niedriger als bei der Stromerzeugung aus Kohle.cite-ref-jiang2011-83-0[83] Eine andere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass aufgrund der hohen Methanemissionen, insbesondere bei der ErschlieĂung der LagerstĂ€tten, unkonventionell gefördertes Erdgas auch bei einer konservativen SchĂ€tzung eine schlechtere Treibhausgasbilanz hat als Kohle und erst bei einer unrealistisch langen Förderphase pro Bohrstelle von 100 Jahren weniger âklimaschĂ€dlichâ ist. Nach EinschĂ€tzung des deutschen Umweltbundesamtes fehlen fĂŒr eine genaue Beurteilung noch genauere empirische Daten, insbesondere hinsichtlich der Methanemissionen.cite-ref-uba2014-13-1[13]
Erdbeben
Fracking fĂŒhrt zwangslĂ€ufig zu âErdbebenâ, jedoch handelt es sich dabei um Mikrobeben deren Magnitude in der Regel kleiner als 1,0 ist,cite-ref-ellsworth2013-56-2[56] denn die durch den Einpressdruck des Fracking-Fluids hervorgerufenen VerĂ€nderungen der SpannungsverhĂ€ltnisse im betroffenen Gestein sind relativ gering und auf wenige Kilometer im Umkreis um die Bohrung beschrĂ€nkt. Sofern spezielle geologische Voraussetzungen erfĂŒllt sind, können allerdings wĂ€hrend eines Frackvorganges seit geologischen ZeitrĂ€umen bestehende Spannungen im Gestein gelöst werden, was zu ErdbebenschwĂ€rmen mit einzelnen, deutlich stĂ€rkeren ErschĂŒtterungen fĂŒhren kann. In solchen FĂ€llen wird auch von anomalen seismischen Ereignissen gesprochen. In vielen Regionen Nordamerikas, in denen fossile Kohlenwasserstoffe gefördert werden, ist die seismische AktivitĂ€t im Zuge des Fracking-Booms drastisch angestiegen. Im US-Bundesstaat Oklahoma soll sie aktuell (Stand: 2015) sogar höher sein als in Kalifornien,cite-ref-thettyee-84-0[84] jenem US-Bundesstaat, der von der San-Andreas-Verwerfung durchzogen wird. Jedoch sagt dies nichts ĂŒber die AuftretensÂwahrÂscheinÂlichkeit schwerer oder sehr schwerer Erdbeben aus, wie sie in Kalifornien bereits aufgetreten sind. Das bislang stĂ€rkste Beben, das vermutlich im Zuge eines Frackvorgangs ausgelöst wurde, ereignete sich am 22. Januar 2015 in Fox Creek in der kanadischen Provinz Alberta mit einer Magnitude von 4,4.cite-ref-thettyee-84-1[84] Ebenfalls in Kanada, im Horn River Basin im Nordosten der Provinz British Columbia, wurden zwischen April 2009 und Dezember 2011 zahlreiche seismische Ereignisse mit Lokalmagnituden (ML) ĂŒber 2,0 registriert. Jedoch nur das stĂ€rkste Beben war mit ML 3,8 (Momenten-Magnitude MW 3,6) deutlich spĂŒrbar.cite-ref-ellsworth2013-56-3[56]cite-ref-bcogc2012-85-0[85] Die ĂŒbrigen mehr als 8000 bis zum Jahr 2012 im Nordosten British Columbias vorgenommenen Hochvolumenfracking-MaĂnahmen riefen keinerlei anomale seismische AktivitĂ€ten hervor.cite-ref-bcogc2012-85-1[85] Ferner erwĂ€hnenswert ist ein Erdbebenschwarm im Poland Township in der NĂ€he von Youngstown im MĂ€rz 2014, dessen stĂ€rkste fĂŒnf Beben Magnituden zwischen 2,1 und 3,0 aufwiesen.cite-ref-86[86] Die dahingehend bislang auffĂ€lligsten seismischen Ereignisse in Europa bestehen in zwei ErschĂŒtterungen mit Magnitude 2,3 und 2,9 am 1. April 2011 bzw. 26. August 2019 unmittelbar östlich von Blackpool.cite-ref-bgs-shalegas-seismicity-87-0[87]cite-ref-guardian-2019-08-26-88-0[88] Die ErschĂŒtterung im August 2019 soll noch im rund 10 Kilometer entfernten Preston spĂŒrbar gewesen sein.cite-ref-guardian-2019-08-26-88-1[88] Infolge dieses Ereignisses erlieĂ das britische Energieministerium im November 2019 ein bis auf weiteres gĂŒltiges Schiefergas-Fracking-Moratorium.cite-ref-ts-de-2019-11-02-89-0[89]cite-ref-guardian-2019-11-02-90-0[90]
Fracking-AbwĂ€sser werden nach mehr oder weniger intensiver Aufbereitung in tief im Untergrund befindlichen Gesteinsschichten entsorgt. Bei dieser sogenannten Verpressung werden teilweise enorme FlĂŒssigkeitsvolumina in den entsprechenden Zielhorizont gepumpt. Auch hierbei besteht unter bestimmten geologischen Voraussetzungen die Gefahr, dass Erdbeben ausgelöst werden. Die stĂ€rksten bislang im erweiterten Zusammenhang mit Fracking aufgetretenen Erdbeben gehen, teils mutmaĂlich, teils nachweislich, auf die Abwasserverpressung zurĂŒck.
ErklĂ€rt werden die anomalen seismischen Ereignisse beim Fracking und die im Zuge der Abwasserverpressung auftretenden Erdbeben damit, dass sich der infolge der Einpressung von Fluiden steigende Druck im Porenraum eines wassergesĂ€ttigten, unter Vorspannung stehenden (seismogenen) Gesteinskörpers bis zu einer nahe gelegenen, passend im regionalen Spannungsfeld orientierten Verwerfung âdurchpaustâ (Porendruckdiffusion). Dadurch sinkt die Haftreibung an den VerwerfungsflĂ€chen, was dazu fĂŒhren kann, dass an der Verwerfung Bewegungen stattfinden. Diese Ă€uĂern sich in Form eines Erdbebenschwarms mit einzelnen ErschĂŒtterungen, die bisweilen deutlich stĂ€rker ausfallen können als ein Mikrobeben. Dabei besteht ein Zusammenhang zwischen der StĂ€rke derartig ausgelöster Beben und dem Volumen des eingepressten Fluids.cite-ref-mcgarr-91-0[91]cite-ref-92[92]cite-ref-kim2013-93-0[93] Bei der Verpressung werden deutlich gröĂere Volumina in den Untergrund eingebracht als beim Fracking. Auch verbleiben diese dauerhaft im Untergrund und der entsprechende Zielhorizont besitzt eine hohe LeitfĂ€higkeit fĂŒr Fluide (PermeabilitĂ€t). Beim Fracking besitzt der Zielhorizont hingegen eine geringe LeitfĂ€higkeit und ein nicht geringer Teil der eingepressten Fluide tritt nach Abschluss einer FrackingmaĂnahme wieder am oberen Ende der Bohrung aus (Backflow). Aus diesen GrĂŒnden ist die Auftretenswahrscheinlichkeit eines stĂ€rkeren Erdbebens sowie dessen maximal erreichbare Magnitude bei der Abwasserverpressung höher als beim eigentlichen Fracking.
TatsĂ€chlich gingen von den fĂŒnf östlich der Rocky Mountains im Jahre 2011 registrierten seismischen Ereignissen mit Hauptbeben, deren Momenten-Magnitude 4,0 oder mehr betrug und die nachweislich mit der Kohlenwasserstoffförderung in Zusammenhang standen, zwei relativ sicher und eines wahrscheinlich auf die Verpressung von Abwasser zurĂŒck:cite-ref-mcgarr-91-1[91] So fĂŒhrte eine Reihe stĂ€rkerer Beben an der bis Herbst 2010 unbekannten Guy-Greenbrier-Störung im US-Bundesstaat Arkansas, von denen eines (27. Februar) MW 4,7 erreichte, zu einem Moratorium, das u. a. die Niederbringung neuer Bohrlöcher fĂŒr die Abwasser-Verpressung im Bereich der Guy-Greenbrier-Störung dauerhaft untersagt.cite-ref-94[94]cite-ref-95[95] Am 23. August ereignete sich bei Trinidad im Raton-Becken im SĂŒden des US-Bundesstaates Colorado ein Beben mit MW 5,3. Es handelte sich um das stĂ€rkste einer ganzen Reihe spĂŒrbarer Erdbeben, die seit 2001 in der bis dahin seismisch eher unauffĂ€lligen Region bis hinĂŒber nach New Mexico gehĂ€uft auftraten. Wahrscheinlicher Auslöser ist die seit 2001 dort durchgefĂŒhrte Verpressung groĂer Volumina von Abwasser aus der CBM-Förderung.cite-ref-96[96] Die stĂ€rkste Erdbebenserie ereignete sich im November bei Prague in den Wilzetta-Ălfeldern im US-Bundesstaat Oklahoma. Drei ihrer Erdbeben erreichten MW â„ 5,0 und das stĂ€rkste (6. November) sogar MW 5,7. Es handelte sich um das bislang (Stand: 2015) schwerste jemals in Oklahoma mit Instrumenten aufgezeichnete Erdbeben und das schwerste, das bislang im Gefolge verpresster AbwĂ€sser auftrat. Es zerstörte zwei EinfamilienhĂ€user und beschĂ€digte weitere GebĂ€ude. Zwei Menschen wurden verletzt.cite-ref-97[97] Am 30. Dezember musste die Verpressungsanlage âNorthstar Iâ nahe Youngstown in Ohio stillgelegt werden, nachdem ein ErdstoĂ mit MW 2,7 direkt auf ihren Betrieb zurĂŒckgefĂŒhrt werden konnte. Einen Tag spĂ€ter ereignete sich sogar ein spĂŒrbares Beben, das mit 3,9 knapp unterhalb der Momenten-Magnitude von 4,0 lag. Die verpressten AbwĂ€sser stammten aus der Kohlenwasserstoffförderung im Marcellus Shale im benachbarten Pennsylvania.cite-ref-kim2013-93-1[93]
Gesundheitliche Risiken
Gesundheitlichen Risiken durch Fracking erwachsen vor allem im Zusammenhang mit der Förderung fossiler Kohlenwasserstoffe. In verschiedenen LÀndern werden mögliche und teilweise bereits bekannte Risiken des Kohlenwasserstoff-Frackings aus medizinischer Sicht diskutiert.cite-ref-finkel-98-0[98]cite-ref-tillett-99-0[99]cite-ref-rojas-rueda-100-0[100]
GefĂ€hrdungen, die eng mit Kohlenwasserstoff-Fracking verknĂŒpft sind, entstehen aus der Kontamination von Grund- und OberflĂ€chenwasser mit Frackfluiden bzw. den darin enthaltenen Additiven. Bei rund 100 der insgesamt 750 eingesetzten Additive handelt es sich um bekannte oder vermutete sogenannte endokrine Disruptoren (engl. endocrine disrupting chemicals, EDC), die den menschlichen GeschlechtshormonÂhaushalt stören. Ăstrogenartig wirkende EDC gelten als Verursacher von Unfruchtbarkeit und Krebs. EDC, die die Andockstellen fĂŒr mĂ€nnliche Geschlechtshormone blockieren (antiandrogenartig wirkende EDC) können Missbildungen der mĂ€nnlichen Genitalien und Unfruchtbarkeit verursachen. Untersuchungen der UniversitĂ€t von Missouri in Columbia in einer Region mit einer hohen Dichte von Anlagen zur Förderung von unkonventionellem Erdgas in Garfield County im US-Bundesstaat Colorado ergaben, dass EDC aus Frackfluiden im Grund- und OberflĂ€chenwasser dieser Region nachweisbar waren.cite-ref-101[101]
Daneben existieren Gesundheitsgefahren, die nicht oder nur teilweise frackingspezifisch sind, beispielsweise die ungewollte Mitförderung von radioaktivem Material aus den LagerstĂ€ttencite-ref-102[102] (siehe dazu auch â Radioaktive AbfĂ€lle der Erdölförderung). Frackingspezifisch scheint hingegen die mögliche Freisetzung von lungenkrebserregendem Radon aus unkonventionellen LagerstĂ€tten zu sein, das anschlieĂend durch die Deckschichten hindurch in die Keller und unteren Geschosse von HĂ€usern migriert. So wurde im Rahmen einer im US-Bundesstaat Pennsylvania durchgefĂŒhrten Studie, die Messwerte aus 763.000 GebĂ€uden im Zeitraum von 1987 bis 2013 statistisch auswertete, die Schiefergasförderung im Marcellus Shale als einer von mehreren Faktoren fĂŒr eine erhöhte Raumluft-Radonkonzentration ermittelt: Ab dem Jahr 2004, zusammenfallend mit einem kontinuierlichen Anstieg der Schiefergasförderung im Bundesstaat, waren die Radonkonzentrationen in Countys mit einer hohen Anzahl an Förderanlagen bzw. einer hohen Schiefergas-Förderrate statistisch eindeutig höher als die Konzentrationen in Countys mit geringer Schiefergasförderung. In Pennsylvania ist die Raumluft jedoch aufgrund der regionalen geologischen Gegebenheiten allgemein bedeutend höher mit Radon belastet als in anderen US-Bundesstaaten. Hierbei gibt es deutliche Unterschiede zwischen GroĂstĂ€dten und lĂ€ndlichen Regionen. In Philadelphia, der gröĂten Stadt Pennsylvanias, wurden die mit Abstand geringsten Radonkonzentrationen gemessen. Sie lagen noch deutlich unterhalb der in Countys mit geringer oder ganz ohne Schiefergasförderung gemessenen Konzentrationen. In Countys, durch die der sogenannte Reading Prong verlĂ€uft, eine an Gneisen reiche geologische Provinz der Appalachen, waren die Konzentrationen im gesamten Messzeitraum mit Abstand am höchsten, noch wesentlich höher als in Countys mit hoher Schiefergasförderung. Die Differenzen zwischen Philadelphia und Countys mit geringer Schiefergasförderung bzw. Reading-Prong-Countys und Countys mit hoher Schiefergasförderung waren im gesamten Messzeitraum stets gröĂer als die Differenzen zwischen Countys mit geringer und Countys mit hoher Schiefergasförderung.cite-ref-103[103]
Ebenfalls nicht rein frackingspezifisch ist die Kontamination von Luft und Grundwasser mit sogenannten BTEX-Aromaten, speziell mit dem als blut- und knochenmarkkrebserregend geltenden Benzol. Sie sind in geringen Mengen in konventionellen wie unkonventionellen fossilen Kohlenwasserstoffen und LagerstĂ€ttenwasser enthalten. Beim Fracking kommt durch den Backflow jedoch zusĂ€tzlich kontaminiertes Wasser hinzu. Werden diese WĂ€sser in offenen Tanks gelagert (in Deutschland verboten), können daraus verstĂ€rkt BTEX-Aromate und andere gesundheitsschĂ€dliche Kohlenwasserstoffverbindungen in die Luft entweichen. Basierend auf Luftschadstoffkonzentrationen (einschlieĂlich Emissionen aus Verbrennungsmotoren von LKW und Dieselgeneratoren), die in der Umgebung von Tight-Gas-Förderanlagen in Garfield County, Colorado, gemessen wurden, berechnete eine Forschungsgruppe der Colorado School of Public Health der University of Colorado in Aurora, dass Anwohner in weniger als einer halben Meile (rund 800 m) Entfernung zur Förderanlage einem deutlich höheren Risiko ausgesetzt seien, an Krebs und chronischen Nichtkrebsleiden zu erkranken, als Anwohner in mehr als einer halben Meile Entfernung.cite-ref-104[104] Das GemeinnĂŒtzige Netzwerk fĂŒr Umweltkranke (GENUK) vermutet aufgrund der karzinogenen Wirkung von Benzol, dass dieser Stoff die Ursache fĂŒr eine statistisch signifikante Erhöhung der FĂ€lle von âKrebsneuerkrankungen des lymphatischen, blutbildenden und verwandten Gewebesâ bei Ă€lteren MĂ€nnern im Landkreis Rotenburg/WĂŒmme in Niedersachsen im Zeitraum 2003 bis 2012 ist.cite-ref-105[105]cite-ref-106[106]cite-ref-107[107]cite-ref-108[108] Der Landkreis gilt als eines der Zentren der Onshore-Erdgasförderung in Deutschland, einschlieĂlich der Förderung von Tight Gas, und dort erfolgte Kontaminationen mit BTEX-haltigem LagerstĂ€ttenwasser aus leckgeschlagenen Pipelines sind zumindest fĂŒr das Jahr 2012 dokumentiert.cite-ref-109[109] Im Rahmen zweier Studien, die eine durchgefĂŒhrt in lĂ€ndlichen Gegenden Colorados mit fast 125.000 Teilnehmern zwischen 1996 und 2005,cite-ref-mckenzie-110-0[110] die andere im SĂŒdwesten Pennsylvanias mit knapp 15.500 Teilnehmern zwischen 2007 und 2010,cite-ref-stacy15-111-0[111] wurde untersucht, wie sich die Anzahl von unkonventionellen Erdgasförderanlagen in der Umgebung der Wohnung der Mutter bzw. die Entfernung der Wohnung zu diesen Förderanlagen auf den Gesundheitszustand eines Neugeborenen auswirkte (je nĂ€her gelegene und/oder mehr Förderanlagen desto stĂ€rker die Exposition). In beiden Studien konnte keine erhöhte Anzahl von FrĂŒhgeburten bei stĂ€rker exponierten MĂŒttern festgestellt werden. Die Ergebnisse hinsichtlich des Geburtsgewichtes bei Termingeburten widersprachen sich. In Pennsylvania ergab sich auĂerdem, dass bei starker Exposition eine erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht, dass ein Neugeborenes zu klein fĂŒr sein Alter istcite-ref-stacy15-111-1[111] (in Colorado nicht untersucht). Die Colorado-Studie stellte bei Zunahme der Exposition eine Zunahme der Anzahl von angeborenen Herzfehlern und nur bei starker Exposition eine (deutlich) erhöhte Anzahl von Neuralrohrdefekten festcite-ref-mckenzie-110-1[110] (in Pennsylvania nicht untersucht). Die Autoren beider Studien betonen, dass deren Aussagekraft beschrĂ€nkt und weitere Forschung nötig ist.cite-ref-mckenzie-110-2[110]cite-ref-stacy15-111-2[111]
Wenn sich infolge des verstĂ€rkten Einsatzes von Fracking die Förderung fossiler Kohlenwasserstoffe in relativ dicht besiedelten Regionen stark ausbreitet, steigt damit zwangslĂ€ufig die damit verbundene (potenzielle) Schadstoffbelastung und folglich die GesundheitsgefĂ€hrdung der ansĂ€ssigen Bevölkerung. Dabei spielt es letztlich keine Rolle, ob die Schadstoffemissionen spezifisch fĂŒr die unkonventionelle Förderung fossiler Kohlenwasserstoffe mittels Fracking sind oder ob sie auch bei konventioneller Förderung auftreten. Entscheidend ist letztlich, dass sie auftreten und dass sie ohne den Einsatz von Fracking nicht auftreten wĂŒrden, sofern in den betroffenen Regionen ausschlieĂlich unkonventionelle Förderung möglich ist.
Hydraulic Fracturing weltweit
Amerika
Gemessen an den Fördermengen ist der Einsatz von Fracking in Nordamerika deutlich weiter verbreitet als in SĂŒdamerika.
USA
Die USA gelten als Vorreiter beim Einsatz der Fracking-Technologie bei der Förderung unkonventioneller fossiler Kohlenwasserstoffe (Schiefergas u. Ă€.). Dort wurden im Lauf des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts in einem regelrechten Boom zahlreiche unkonventionelle Ăl- und Gasfelder erschlossen. Zu den wichtigsten Zielformationen der Förderung gehören der Marcellus Shale (Mitteldevon) in Pennsylvania, der Niobrara Shale (Oberkreide) in Colorado und Wyoming, der Barnett Shale (Unterkarbon) in Texas, der New Albany Shale (ĂŒberwiegend Oberdevon) in Illinois, der Bakken Shale (Oberdevon-Unterkarbon) in Montana und North Dakota sowie der Monterey Shale (MiozĂ€n) in Kalifornien. Die Versorgung des US-Marktes mit insbesondere unkonventionellem Erdgas fĂŒhrte zu nachgebenden Preisen und einer Verringerung der Importe. Mit der Weltwirtschaftskrise ab dem Jahr 2007 sank die Nachfrage. Die Preise fielen weiter und der Boom ebbte deutlich ab. In der zweiten JahreshĂ€lfte 2015 ging wegen des fallenden Ălpreises die Shale-Ăl Produktion um mehr als 400.000 Barrel pro Tag zurĂŒck, gleichzeitig stieg aber die Anzahl erfolgter Fracks.cite-ref-114[114]
Im Zuge der massiven Ausweitung der Förderung von unkonventionellem Erdöl und Erdgas mittels Fracking wurden zunehmend Stimmen laut, die auf die Risiken dieser Technologie fĂŒr Umwelt und Gesundheit hinwiesen. Dies fĂŒhrte zu einer heftig gefĂŒhrten Kontroverse, die auch auf andere Industriestaaten ĂŒbergriff. So gilt im Bundesstaat New York seit dem 12. Dezember 2014 ein offizielles Verbot des Frackings zur Kohlenwasserstoffförderung, wie schon seit 2012 in Vermont.cite-ref-115[115]
Kanada
Die Förderung mittels Fracking wird in Kanada mindestens seit den 60er Jahren betrieben.cite-ref-milne-116-0[116] Ein Hotspot war hier insbesondere die Region Alberta, wo Ende der 70er Jahre Gas aus der Spirit River Formation gefördert wurde.cite-ref-cant-117-0[117] Die gesellschaftliche Debatte setzte verstÀrkt im Juli 2011 ein, als das Executive Council of British Columbia dem Unternehmen Talisman Energy eine zwanzigjÀhrige Lizenz zur Wasserentnahme aus dem Williston-See erteilte.cite-ref-cbc0611-118-0[118] Seit 2014 gilt in der Provinz Québec ein Fracking-Moratorium.cite-ref-119[119]
Argentinien
Die Schwarzschiefer der Vaca-Muerta-Formation im Untergrund des NeuquĂ©n-Beckens gelten als eine der weltweit gröĂten LagerstĂ€tten unkonventioneller Kohlenwasserstoffe. 2019 machte die Förderung von Schiefergas aus der Vaca-Muerta-Formation 23 % der argentinischen Erdgasförderung aus.cite-ref-120[120] Trotz offensichtlicher negativer Auswirkungen wie der Verschmutzung von oberflĂ€chennahem Grundwasser und Böden sowie erhöhter seismischer AktivitĂ€t wird die ErschlieĂung der Schieferöl- und -gasvorkommen der Vaca-Muerta-Formation aus energiepolitischen GrĂŒnden massiv von der argentinischen Regierung vorangetrieben.cite-ref-121[121]
Kolumbien
In Kolumbien wird Fracking seit mehreren Jahrzehnten zur Ausbeutung von konventionellen Erdölvorkommen eingesetzt. Infolge der zunehmenden Erschöpfung dieser Vorkommen erwĂ€gt die kolumbianische Regierung jedoch Konzessionen fĂŒr die ErschlieĂung und Förderung unkonventioneller ErdöllagerstĂ€tten mittels Fracking unter strengen Auflagen zu erteilen. Dies wird von UmweltschĂŒtzern kritisiert.cite-ref-portafolio0914-122-0[122]cite-ref-eltiempo0914-123-0[123]
Afrika
SĂŒdafrika
Fracking wird in SĂŒdafrika bereits seit Jahrzehnten zur Steigerung des Ertrags von Bohrlöchern, einschlieĂlich Trinkwasserbrunnen,cite-ref-less-124-0[124] gebraucht. Als Folge einer breiten öffentlichen Diskussion wurde 2011 ein Moratorium gegen Fracking zur Gewinnung von Schiefergas verhĂ€ngt.cite-ref-reuters0411-125-0[125] 2012 wurde das Moratorium wieder aufgehoben. BegrĂŒndet wurde dies zum einen mit der Schaffung von neuen ArbeitsplĂ€tzen, zum anderen wird Schiefergas von der sĂŒdafrikanischen Regierung als BrĂŒckentechnologie fĂŒr den Ăbergang von der Kohle zu anderen EnergietrĂ€gern angefĂŒhrt.cite-ref-iol-126-0[126] Drei Firmen erhielten Lizenzen zur Ausbeutung der Schiefergasvorkommen auf zirka 20 % der FlĂ€che SĂŒdafrikas.cite-ref-karoo-127-0[127] SchĂ€tzungen gehen davon aus, dass die VorrĂ€te in der Karoo ausreichend sind, um SĂŒdafrika fĂŒr 400 Jahre zu versorgen.cite-ref-bbckaroo-128-0[128]
Asien
China
In China wurde erstmals im Jahr 2011 eine Schiefergasquelle mittels Fracking erschlossen. GemÀà einer Studie des EIA wird erwartet, dass China weltweit die gröĂten Schiefergasreserven aufweist und jene der USA um die HĂ€lfte ĂŒbertrifft.cite-ref-watts-27feb2012-129-0[129]
Europa
Im Oktober 2013 hat das EuropĂ€ische Parlament fĂŒr eine verbindliche UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung bei Schiefergasbohrungen gestimmt.cite-ref-europarl-130-0[130] Die EU-Kommission legte im Januar 2014 unverbindliche Empfehlungen vor, wonach Umweltauswirkungen geprĂŒft und vermieden werden sollen. Die Umsetzung bleibt den einzelnen Mitgliedsstaaten ĂŒberlassen.cite-ref-131[131]
Am 27. Februar 2015 veröffentlichte die EU-Kommission das Ergebnis ihrer Befragung der UnionslÀnder zu ihren PlÀnen und Vorhaben, die Hochvolumen-Hydrofracking betreffen.cite-ref-132[132]
Deutschland
Hydraulic Fracturing wird in Deutschland seit 1961, insbesondere zur Erhöhung oder Konstanthaltung der Förderraten bei der konventionellen Erdöl- und Erdgasförderung sowie zur Trinkwassergewinnung, fĂŒr Altlastensanierung und bei Geothermiebohrungen (âStimulationâ) angewendet. Bundesweit wurden bislang ungefĂ€hr 300 Frackjobs durchgefĂŒhrt, die meisten davon in Niedersachsen.cite-ref-geothermie-133-0[133] Anfangs wurde ausschlieĂlich bei vertikalen Bohrungen gefrackt; erstmals bei einer horizontalen Bohrung kam Fracking in Deutschland bei der Bohrung Söhlingen Z10 im Jahre 1994 zum Einsatz.cite-ref-onepetro-134-0[134] Kommerzielle Förderung von Erdöl und Erdgas aus Schiefergesteinen fand und findet in Deutschland nicht statt.
Gesellschaftliche Debatte
Hydraulic Fracturing wird sowohl in Deutschland als auch auf europĂ€ischer Ebene seit einigen Jahren kontrovers diskutiert.cite-ref-135[135]cite-ref-136[136] Dabei stĂŒtzt sich die Kritik hauptsĂ€chlich auf Erfahrungen aus den USA oder Filme wie Gasland. In Deutschland formiert sich der Widerstand oft in BĂŒrgerinitiativen.cite-ref-gegengasbohren-137-0[137] Verschiedene Förderfirmen, wie beispielsweise ExxonMobil, versuchten proaktiv die Diskussion zu beeinflussen, Bedenken in einem Informations- und Dialogprozesses zu sammeln und durch einen Expertenkreiscite-ref-dialog-138-0[138]cite-ref-dialog2-139-0[139] unabhĂ€ngiger Wissenschaftler klĂ€ren zu lassen. Vertreter der Wirtschaft sind abhĂ€ngig vom Industriezweig eher fĂŒr oder gegen Fracking.cite-ref-140[140]cite-ref-141[141]
Insbesondere die Umweltrisiken des Frackings werden kontrovers diskutiert. Zur besseren Einordnung fertigten das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ), das Umweltbundesamt, der SachverstĂ€ndigenrat fĂŒr Umweltfragen sowie die Bundesanstalt fĂŒr Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zwischen 2010 und 2015 vieldiskutierte Expertisen zu den Auswirkungen an. Alle Gutachten kamen mit verschiedener Betonung zu dem Schluss, dass zum einen die aktuelle Datenlage ungenĂŒgend fĂŒr eine abschlieĂende Bewertung der Möglichkeiten und Risiken ist und zum anderen, dass der gesetzliche Rahmen sowohl im Genehmigungsprozess als auch im spĂ€teren Ăberwachungsprozess nicht klar genug festgelegt ist. Es wurde angeregt, mittels kontrollierter, transparenter und schrittweiser Pilotbohrungen und anderer Untersuchungen die Datenlage zu verbessern und den gesetzlichen Rahmen, insbesondere fĂŒr den Aspekt der Umweltauflagen, zu schaffen. Ebenfalls kritisch diskutiert wurde in den Gutachten die volkswirtschaftliche RentabilitĂ€t der ErschlieĂung der SchiefergasbestĂ€nde in Deutschland.cite-ref-uba2-2-4[2]cite-ref-bgrstellungnahme-142-0[142]cite-ref-143[143]cite-ref-144[144]cite-ref-145[145]
Rechtliche Situation
Nach einem mehr als drei Jahre wĂ€hrenden und von zahlreichen Kontroversen begleiteten Entstehungsprozess unter Beteiligung zweier Bundesregierungen wurde am 4. August 2016 das Gesetz zur Ănderung wasser- und naturschutzrechtlicher Vorschriften zur Untersagung und zur Risikominimierung bei den Verfahren der Fracking-Technologie (BGBl. I S. 1972), allgemein auch âFracking-Gesetzâ genannt, erlassen. Durch dieses Artikelgesetz, das Ănderungen insbesondere des Wasserhaushaltsgesetzes und des Bundesnaturschutzgesetzes umfasst, erfolgt ein generelles Verbot von Fracking in unkonventionellen LagerstĂ€tten (Schiefergas, Kohleflözgas). Das bereits seit Langem praktizierte Tight-Gas-Fracking in tief lagernden Schichten dichten Sandsteins bleibt hingegen erlaubt, auĂer in sensiblen Gebieten, etwa solchen, die fĂŒr die Trinkwasserversorgung von Bedeutung sind. Als Ausnahmen vom Frackingverbot in unkonventionellen LagerstĂ€tten werden bundesweit insgesamt vier Tests zu wissenschaftlichen Zwecken gestattet â die betroffenen BundeslĂ€nder mĂŒssen diesen jedoch ausdrĂŒcklich zustimmen. Bis 2021 soll eine unabhĂ€ngige Expertenkommission ĂŒber die dabei gewonnenen Erkenntnisse berichten.cite-ref-146[146]cite-ref-147[147] Im gleichen Jahr soll dann der Bundestag âauf der Grundlage des bis dahin vorliegenden Standes von Wissenschaft und Technikâ ĂŒberprĂŒfen, ob das Fracking-Verbot gelockert oder endgĂŒltig zementiert werden soll.cite-ref-148[148]
Ăsterreich
Die MontanuniversitĂ€t Leoben entwickelte gemeinsam mit dem Ăl- und Gaskonzern OMV im österreichischen Weinviertel ein Pilotprojekt, bei dem das sogenannte Clean-Fracking angewandt werden sollte. Beim Clean-Fracking wird nur Wasser, Bauxit-Sand und StĂ€rke als StĂŒtzmittel eingesetzt. Durch Probebohrungen sollten Bohrkerne gewonnen werden, um anhand der geomechanischen Eigenschaften der Kerne die Machbarkeit des Clean-Frackings zu bestĂ€tigen. Es wurde vermutet, dass die Methode zwar umweltvertrĂ€glicher, aber wirtschaftlich weniger effizient ist.cite-ref-noen-149-0[149] 2012 wurde das Projekt wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt.cite-ref-omv-150-0[150]
Die Probebohrungen im Weinviertel waren in den Regionen um die Stadt Poysdorf und das Dorf Herrnbaumgarten geplant. Aufgrund von BĂŒrgerprotesten haben die politischen EntscheidungstrĂ€ger ĂŒber die Medien der OMV die Probebohrungen auf deren Grund verwehrt. Es folgte eine Verankerung einer verpflichtenden UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung fĂŒr Schiefergasbohrungen. In Ăsterreich bildete sich eine BĂŒrgerinitiative, um auf die Gefahren des Schiefergas-Frackings hinzuweisen.cite-ref-initiativeweinviertelstattgasviertel-151-0[151]
Aufgrund der europĂ€ischen Energiekrise ĂŒberlegt das Land allerdings seit Mitte Oktober 2022 die PlĂ€ne zur Förderung von Erdgas durch Fracking wieder aufzunehmen.cite-ref-152[152]
Im Januar 2023 wurde bekannt, dass die österreichische Umweltministerin Leonore Gewessler ein Fracking-Verbot plant.cite-ref-153[153]
Schweiz
Die Nutzung des Untergrunds ist in der Schweiz der Kantonshoheit unterstellt. Die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen stammen teilweise aus dem 19. Jahrhundert. Der Kanton Aargau hat 2013 eine Bewilligungspflicht fĂŒr die Erkundung oder Nutzung des tiefen Untergrundes eingefĂŒhrt. Der Kanton Luzern plant die EinfĂŒhrung einer Ă€hnlichen Regelung. Die Ost- und Zentralschweizer Kantone Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Glarus, St. Gallen, Schaffhausen, Schwyz, Thurgau, Zug und ZĂŒrich erarbeiten gemeinsam eine gesetzliche Grundlage. Die Westschweizer Kantone Freiburg und Waadt haben ein Moratorium in Bezug auf die Gaserkundung und -förderung festgelegt. Im Kanton Bern wurden Gaserkundungen zwischen Aarberg und Biel bewilligt.cite-ref-154[154]
Frankreich
Nach der im MĂ€rz 2010 erfolgten Erteilung von vier Bohrgenehmigungen zur Schiefergasgewinnung auf einer GesamtflĂ€che von 9.672 kmÂČ fĂŒhrte die aufflammende öffentliche Debatte im Juli 2011 zu einem Verbot der Aufsuchung und Gewinnung von Schiefergas mit Hilfe von Hydraulic Fracturing auf dem französischen Festland zu nicht-wissenschaftlichen Zwecken.cite-ref-155[155] Unternehmen, die Fracking zur Gewinnung des Schiefergases einsetzen wollten, wurde kurz darauf die Konzession wieder entzogen. Dies wurde im Oktober 2013 auch vom französischen Verfassungsgericht bestĂ€tigt.cite-ref-156[156] Kurz zuvor hatte PrĂ€sident François Hollande noch einmal bekrĂ€ftigt, dass wĂ€hrend seiner Amtszeit nicht mit einer Genehmigung eines Schiefergasabbaus in Frankreich zu rechnen sei.cite-ref-157[157]
DĂ€nemark
Französische Mineralölunternehmen weichen aufgrund der Haltung ihrer Regierung ins Ausland aus. Total erhielt eine staatliche Lizenz fĂŒr Probebohrungen in DĂ€nemark, die 2015 bei Dybvad durchgefĂŒhrt wurden.cite-ref-158[158] Schiefergasvorkommen sind hier auf den Norden JĂŒtlands begrenzt und ihre Ausbeutung derzeit wenig profitabel.
Weitere Staaten
Innerhalb der EU hatte vor allem Polen geplant, die Förderung unkonventionellen Gases zu intensivieren und im Juli 2013 bereits etwa 100 Fracking-Konzessionen vergeben.cite-ref-zeit-159-0[159]cite-ref-euractiv-160-0[160] Aufgrund eines von den Energieunternehmen als unsicher empfundenen Investitionsklimas und relativ komplizierter LagerstÀttengeologien ist die Schiefergas-ExplorationstÀtigkeit in Polen Ende 2017 aber faktisch zum Erliegen gekommen.cite-ref-161[161]
Nach einem stĂ€rkeren seismischen Ereignis im Bereich der Fracking-Anlage bei Blackpool im August 2019 verhĂ€ngte die Regierung des Vereinigten Königreichs auf Grundlage eines Berichtes der britischen Aufsichtsbehörde fĂŒr die Ăl- und Gas-Förderung (Oil and Gas Authority, OGA), in dem âinakzeptable Konsequenzenâ fĂŒr Anwohner entsprechender Anlagen nicht ausgeschlossen werden konnten, im November 2019 ein landesweites Fracking-Verbot.cite-ref-ts-de-2019-11-02-89-1[89]cite-ref-guardian-2019-11-02-90-1[90]
Ozeanien
Australien
In Australien wurden bis Mitte der 2000er Jahre hydraulische Stimulation vor allem bei der Förderung aus konventionellen Vorkommen eingesetzt. Besonders stark verbreitet war dieses Vorgehen im Cooper Basin. Schiefergas kommt insbesondere in Western Australia im Canning Basin vor. Diese Vorkommen befinden sich zurzeit in der Explorationsphase. Der Beginn der kommerziellen Förderung in gröĂerem Umfang wird fĂŒr die Jahre 2020 bis 2025 erwartet.cite-ref-163[163]
Wie in den USA obliegt die Regulierung des Einsatzes von Fracking zur Förderung unkonventioneller Kohlenwasserstoffe den Bundesstaaten, und auch in Australien existiert eine gesellschaftliche Debatte um die Risiken und Chancen, die mit dieser Technologie verbunden sind. Hierbei konnten die Fracking-Gegner einige Erfolge verbuchen. So wurde im Bundesstaat Victoria 2012 ein Moratorium verhÀngt, dass noch 2014 in Kraft war.cite-ref-nytjan14-164-0[164] Im Bundesstaat New South Wales wurden im gleichen Jahr BTEX-Aromate als Additive bei der Kohleflözgas-Förderung verboten.cite-ref-165[165]
Neuseeland
In der Region Taranaki in Neuseeland wird seit 1993 mittels Fracking Gas gefördert.cite-ref-taranaki-166-0[166] Reguliert ist die Technik derzeit hauptsĂ€chlich durch den Ressource Management Act aus dem Jahre 1991. Proteste von UmweltschĂŒtzern fĂŒhrten dazu, dass 2012 vier lokale Regierungen ein Moratorium ausriefen,cite-ref-reid2012-167-0[167]cite-ref-ande2012-168-0[168] ein landesweites Moratorium wurde aber von der Regierung abgelehnt.cite-ref-anderson-169-0[169] Eine daraufhin vom Parliamentary Commissioner for the Environment beauftragte Studie kam in einem Zwischenbericht zu dem Schluss, dass die Regulierung verschĂ€rft werden muss.cite-ref-3news-170-0[170]
Literatur
âą Charles G. Groat, Thomas W. Grimshaw: Fact-Based Regulation for Environmental Protection in Shale Gas Development (PDF; 3,1 MB). Energy Institute, University of Texas at Austin, Februar 2012.
âą Anna Alexandra Seuser: Unkonventionelles Erdgas: Begehrte Ressource mit UnwĂ€gbarkeiten. In: Natur und Recht. Bd. 34, 2012, S. 8â18, doi:10.1007/s10357-011-2191-y.
âą Christian Tenbrock, Fritz Vorholz: Amerika im Gasrausch. Fracking könnte die Welt verĂ€ndern â doch Zweifel wachsen, wie groĂ die VorrĂ€te wirklich sind. In: Die Zeit. 7. Februar 2013, S. 21.
âą Christiane Habrich-Böcker, Beate Charlotte Kirchner, Peter WeiĂenberg: Fracking â Die neue Produktionsgeografie. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-658-02178-8.
âą William Stringfellow, Jeremy K. Domen, Mary Kay Camarillo, Whitney L. Sandelin, Sharon E. Borglin: Physical, chemical, and biological characteristics of compounds used in hydraulic fracturing. In: Journal of Hazardous Materials. Bd. 275, 2014, S. 37â54, doi:10.1016/j.jhazmat.2014.04.040 (alternativer Volltextzugriff: ResearchGate).
Weblinks
Wiktionary: Fracking
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Commons
: Hydraulic Fracturing
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Dokumente
âą Radiologische Betrachtungen zu unkonventioneller Förderung von Erdgas (Hydraulic Fracturing â Fracking), Empfehlung der Strahlenschutzkommission (BAnz AT 10.12.2014 B2)
âą Stellungnahme zu den geowissenschaftlichen Aussagen des UBA-Gutachtens, der Studie NRW und der Risikostudie des ExxonMobil InfoDialogprozesses zum Thema Fracking (MĂ€rz 2013) (PDF; 542 kB), Website der Staatlichen Geologischen Dienste Deutschlands
âą Gutachten zum Gesetzentwurf der Bundesregierung
âą Eine Technik im Fokus: Fracking â Potenziale, Chancen und Risiken (Publikation der Akademien der Wissenschaften Schweiz)
âą GEORG KĂFFNER: Fracking. Die Angst vor den tiefen Löchern. In: FAZ. 10. Mai 2014 (faz.net).
⹠Pressemitteilung des europÀischen Parlaments: MEPs back beefed-up environmental impact assessment directive (2014)
Hintergrundberichte
⹠Nafeez Mosaddeq Ahmed: Die nÀchste Blase: Fracking löst das Energieproblem nicht. In: Le Monde diplomatique. 12. April 2013 (archive.org).
Videos und Reportagen
âą Angst vor Fracking, 30-minĂŒtige Reportage aus der Reihe Panorama â die Reporter vom 3. November 2015 bei ndr.de
âą Barbara Schmidt-Mattern, Alexander Budde: Geplantes Fracking-Gesetz â Zukunftstechnologie oder Risiko? Deutschlandfunk-âHintergrundâ vom 1. April 2015.
âą Das LNG-Dilemma: Schmutziges US-Gas. Ndr, 16. Oktober 2023; abgerufen am 29. Oktober 2023 (44 Min, VerfĂŒgbar bis 12.10.2025).
Einzelnachweise
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